Fett im Geschäft

Jumbo Schreiner

Weil ich ihn gerade wieder durch das formatfüllende 16:9-Fernsehbild schwabbeln sehe: »Jumbo Schreiner«, alias Thomas Schreiner, seinerseits freier Mitarbeiter bei Galileo-Sendungen von ProSieben (»XXL-Tester«), ist für mich schon seit seinem ersten Auftreten der Inbegriff einer im schlechtesten Sinne übersättigten Gesellschaft. Wie er da beinahe Woche für Woche — normalerweise ist er sonntags im Einsatz — die größten Speisen wahlweise Deutschlands oder der Welt sucht, spottet jeder Beschreibung. Heute half er tatkräftig mit bei einem 27-Meter-Zwiebelkuchen (erfolgreicher Versuch für das Guinness-Buch), vor etlichen Wochen reiste er mal eben nach Amerika um den größten Burger der Welt zu finden.

Natürlich schwingen bei mir da noch andere Emotionen mit, wenn »Jumbo« als Inbegriff eines ungesund lebenden Menschen mit dutzenden Kilogramm Übergewicht den hemmungslosen Fleischverzehr zelebriert und vorlebt. Deshalb habe ich bei der heutigen Galileo-Sendung auch besonders gelacht, als ein Sternekoch, der als Hobby Marathonstrecken rennt, etliche spitze Kommentare über Schreiners Übergewicht platzierte, der sich anfangs anschickte, über jemanden zu lachen, der Entspannung als Motiv für das Laufen angab.

Aber auch sachlich gesehen ist es ein falsches und allzu billiges Vorbild, das ProSieben mit seiner (auch sonst immer schlechter werdenden) Galileo-Sendung vorlebt. Man täte besser daran, nach den schönsten sinnvollen Freizeitbeschäftigungen zu forschen oder die besten gesunden Snacks vorzustellen; nur als Beispiele.

Oder was meint ihr?

Freitag, 03. Oktober 2008, 18:43 Uhr
Abgelegt unter: Offline, TV


2 Kommentare

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Trixi

Ja, ich bin absolut Deiner Meinung! Ich krieg das K***, wenn ich diese Sendung sehe - nicht nur ein schlechtes Vorbild für Eltern und Kinder (Thema Bildungsaufgabe des Fernsehens), auch diese ewige Suche nach Quantität statt Qualität und Portionen, die keiner aufessen kann und somit die Hälfte weggeworfen wird. Da gibt es sicherlich viele Bedürftige, die es nötiger haben!

05.10.2008, 13:04DIREKT ANTWORTEN


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Christian

D’Accord mon capitain.

War die Folge, als er nach Amerika flog nicht mitten in der ProSieben CO2-Woche? Ich meine, mich da an etwas zu erinnern.

Die Sendung ist inzwischen eine Farce und ich denke seit längerem immer wieder darüber nach, für was diese Bigger-Better-More - Formate wohl der Ausdruck sein könnten. Ist es eine “Uns geht es schlecht, aber wir können immer noch voll konsumieren”-Stimmung? Ist es - in Zeiten von leeren Geldbörsen so etwas ähnliches wie die Adelsberichterstattung im goldenen Blatt und soll einen Schimmer von Luxus und Konsum auch in verarmte Wohnzimmer bringen?
Ich weiss es nicht. Aber es ist gruseligst.

07.10.2008, 07:56WEBSITEDIREKT ANTWORTEN


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