Bruno ist tot

BrunoBruno ist vergangene Nacht ermordet worden, hinterrücks erschossen, weil ein paar Menschen Angst hatten, er könnte zu laut brüllen. Diese Geschichte um den sympathischen Braunbären, der erste seit vielen, vielen Jahren, den Deutschland in freier Wildbahn sehen durfte, ist symptomatisch für die gefühlte Macht des Menschen über das Tier. Erst werden die Tiere ausgerottet und gefangen genommen, um sie später wieder auszuwildern und sie in die Natur zurückzuschicken. Aber wehe, wenn er sich so verhält, wie die Natur das vorsieht. Dann muss der brave Mensch, der in Wirklichkeit nur eine Urangst gegen alles hat, was stärker als er ist, einschreiten.

Ich könnte mich noch stundenlang darüber aufregen. Ich habe das auch schon seit es das erste Mal hieß, er solle abgeschossen werden. Und was habe ich mich immer wieder gefreut, wenn er im richtigen Moment untertauchte und dann auf einmal wieder in irgendeinem See schwamm. Aber wenn ich im Kölner Express folgendes lese, muss ich mich eher beherrschen, nicht selbst eine Abschussgenehmigung zu beantragen:

Besser er als wir

Jetzt ist er tot: Bruno, der Bär, der uns seit fünf Wochen in Atem hielt. Kurz nachdem auf mysteriöse Weise die Abschussgenehmigung in Kraft trat, ist Bruno nun im Bärenhimmel. Der Schuss, der den zweijährigen Braunbären niederstreckte, scheucht die Republik auf. Und Tierschützer reagieren völlig überzogen mit Morddrohungen gegen Jäger und Bayerns Umweltminister Schnappauf.

Natürlich ist es schade, dass der erste Bär, der seit 170 Jahren durch Bayern streifte, nur zwei Jahre alt werden durfte. Natürlich ist es schade, dass Bruno seine «schlechte Kinderstube», sein neugieriges Verhalten mit dem Tode bezahlen musste. Doch wie groß wäre erst der Aufschrei gewesen, hätte Bruno einen Wanderer, einen Bauern oder einen Radfahrer angegriffen. Denn so sehr wir Bruno auch alle ins Herz geschlossen haben: Er galt als Problembär - was auch Umweltschützer letztlich eingestehen mussten.
via Netzeitung

Nach dieser Logik müssten wir auch alle so genannten Problemkinder präventiv erschießen, ebenso alle Mörder und Sexualstraftäter und andere Menschen mit »schlechter Kinderstube« und »neugierigem Verhalten«. Und was Umweltschützer mit dem Thema zu tun haben, ist mir auch schleierhaft.

Egal, ich werde dann morgen auf dem Weg zu meinem Auto alle Deutschlandfähnchen von den Autos abbrechen, die das Express-Logo aufgedruckt haben und dann nachforschen, wo ich ganz viele Braunbären herbekomme, die ich dann überall in Deutschland aussetze. Wollen wir dochmal sehen, wie viele das sein müssen, bis sämtliche Umweltminister eingestehen, dass auch gefährlich Tiere zur Umwelt gehören, nicht nur niedliche Eichhörnchen und Häschen.

Dienstag, 27. Juni 2006, 00:17 Uhr
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9 Kommentare

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serotonic

Word.
(ebenso wütend, ich)

27.06.2006, 17:17WEBSITEDIREKT ANTWORTEN


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Achim

Ganz meine Meinung. Wem hat er denn was getan?
Jeder Schäfer der sich aufregt dass sein Schaaf gerissen worden ist, muss ständig damit rechnen dass irgendwer eines seiner Viehcher geholt wird.

Ich frage mich nur warum es nicht möglich ist diesen armen Bären zu betäuben, erschiessen schien ja ganz leicht zu sein. Haben die eigentlich in den fünf Wochen vorher irgendwas gemacht?

28.06.2006, 10:20WEBSITEDIREKT ANTWORTEN


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kilian

hi,
traurige sache. aber habe zum thema “trauer um bruno” was verfasst: http://blog.umwelt.cc/index.php/umweltblog/2006/06/29/von_baren_mordern_und_glashausern
gruss:
kilian

29.06.2006, 16:32WEBSITEDIREKT ANTWORTEN


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Atlantiker

Ehrlich gesagt verstehe ich die ganze Aufregung nicht. Bruno war ein Bär! Jeden Tag sterben 29.000 Kids an ein vermeidbaren Krankheiten. Vor ziemlich genau einem Jahr riefen viele dazu auf Make Poverty History. Jetzt ist wird es Zeit, die G8 an ihre Versprechen zu erinnern und nachzusehen, was Live8 und die Make Poverty History Kampagne bewirkten und was man verbessern sollte, aber stattdessen beherrscht Bruno die Medien, inkl. Blogs. Ich will damit nicht dieses Blog kritisieren, sondern über das Medienphänomen Bruno im allgemeinen lästern.

01.07.2006, 01:50WEBSITEDIREKT ANTWORTEN


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armer Bruno

Hallo, ihr könnt unter
Es ist eine Schande einen so schönen Bären wie bruno einfach hinzurichten.

Unter www.trauer-um-bruno.de.ms könnt ihr über das Schicksal vom armen Braunbären Bruno diskutieren. Es ist meistens sehr hilfreich sich mit anderen über dieses traurige Thema auszulassen.

www.trauer-um-bruno.de.ms

06.07.2006, 12:18WEBSITEDIREKT ANTWORTEN


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Bärenrächer

Wer mal per Brief seinen Unmut freien Lauf lassen will, hier die Privatadresse des Problemministers:

Dr. Werner Schnappauf
**************
***** München

Ich würde es begrüßen, solche Aufrufe nicht hier zu veröffentlichen. Ich bin sicher, wer Herrn Dr. Schnappauf einen Brief schicken möchte, findet die Adresse ziemlich schnell alleine heraus. Danke für das Verständnis.—Johannes

12.07.2006, 13:47DIREKT ANTWORTEN


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Johannes

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21.07.2006, 17:22WEBSITEDIREKT ANTWORTEN


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Carmen

Guten Tag

Meine Idee kommt zu spät mein Braunbärenkollege Bruno ist LEIDER tot. Aber wissen Sie was noch zu machen gewesen wäre um zu vermeiden dass man an diesem miesen Morgen auf Bär Bruno schoss? Die Tierschützer hätten mit Betäubungspheilen auf die drei schuldigen Jäger schiessen sollen bevor diese zu ihren Mordgewehren greifen konnten, dann wären diese umgefallen wie Mücken und während dieser Schlafzeit der 3 Tiermörder hätte Bruno das Glück gehabt wegrennen können mehr als und dadurch WEITER als   150 m weg zu sein dh gerettet vor dem Schlimmsten.dann hätte der Tierschutz einen verlängerten Schutz anfragen und unterschreiben sollen sagen wir nochmal 6 wochen und während dieser Zeit noch andere nicht tötliche Methoden anwenden müssen den von dem Hässlichen alten Minister Werner s. Gehassten hübschen jungen Braunbären Bruno aus Bayern wegzudrängen und in einem anständigen Zoo unterzubringen, soo wärs Auch gegangen oder?
der zorn sitzt in mir und ich hoffe diese herzlosen idiotischen Mörder werden rechtmässig bestraft.

Carmen Tierschutz Luxembourg

10.09.2006, 15:43DIREKT ANTWORTEN


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Carmen

wŁtend Hallo

Ich bin die Carmen aus Luxem bourg der Zorn auf die Tiermörder von Bärchrn Bruno
dieses Jahr und dealten perversen bayerischen Mordauftraggeber W.S. schäm dich Alter,
hoffenlich werden sie entlarft und hart bestraft und der Politiker RAUS aus dem Land
und aus allem weggestossen, das wünsche ich diesem ungerechten Teufelsgesicht.
Weihnachten trauere ich auch um Bruno und der Hass aud seine sadistischen Mörder
zerstört mir das ganze Weihnachten.
Unternehmt doch was dass diese Mörder des Braunbären gefunden und bestraft werden
zum donnerwetter, die haben ihre genugtuung saufen und lachen die sind sich sehr
sehr sicher dass nichts nachkommt gerichtlich genau wie ihr Mörderboss Werner Schnappauf
der müsste auch bestraft werden vom Tierschutzgesetz.
Unternehmt doch was, oder wollt ihr unserm Bruno seine grundlose Hinrichtung durch
diese Unmenschen ungerächt lassen. Nein das können wir nicht und wollen wir nicht.
Carmen Tierschutz Luxembourg

wŁtend  wŁtend

23.12.2006, 22:17DIREKT ANTWORTEN


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