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Die letzten 5 redaktionellen Beitr├Ąge:


Warum ich nicht mehr FDP wähle

Ich habe mich eben gerade final entschlossen, bei der kommenden Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen, für die ich ja wahlberechtigt bin, nicht die FDP zu wählen.

Was für viele meiner Leser eine Selbstverständlichkeit ist, ist für mich ein großer Schritt. Ein Wahlleben lang habe ich – von wenigen, begründeten Ausnahmen abgesehen – FDP gewählt und ließ mich einst sogar für diese Partei für eine Wahl aufstellen. Ich habe mich auch sehr gefreut und hatte hohe Erwartungen, als die FDP mit einem sensationellen Ergebnis die Bundestagswahl im vergangenen Jahr gewann und zusammen mit Mama Merkel die Regierung fortan stellen durfte.

Seitdem wurde ich Tag für Tag bitter von den Liberalen enttäuscht. Gegipfelt hat das nicht jetzt, mit den Aussagen Westerwelles zu Hartz-IV-Empfängern, sondern schon vor Jahreswechsel, als bekannt wurde, dass die FDP eine Steuersenkung für Hotelübernachtungen durchgesetzt hat.

Was zur Hölle sollte das? Kann man noch gezielter darstellen, dass man nur eine Klientelpartei ist? Dass Spenden Gesetze machen, nicht gesunder Menschenverstand und “Volkes Wille”? Was ist dagegen aus den ganzen guten Vorsätzen geworden, aus der Stärkung der Bürgerrechte, der Korrektur mancher vermurkster Gesetze aus der Großen Koalition und den rot-grünen Schreckensjahren zuvor? Nichts, die FDP, allen voran “Ich will das Entwicklungshilfeministerium abschaffen”-Entwicklungsminister Niebel und “Isch han keine Ahnung von Wirtschaft”-Wirtschaftsminister Brüderle sind Gesichter einer Partei, die an ihrer eigenen Abschaffung arbeiten. Dazu kommt noch Bubi Westerwelle, der sein Grinsegesicht jetzt schon einmal um die ganze Welt getragen hat und es trotzdem nicht schaffte, so etwas wie Respekt vor seinem Amt zu generieren.

Nein, ich werde dieses Mal nicht FDP wählen. Auch wenn ich weiß, dass Landespolitik nicht direkt mit Bundespolitik gleichgesetzt werden darf, so will ich doch zumindest dafür Sorge tragen, dass solche Hoteldinger dank veränderter Bundesratsbesetzung nicht mehr so ohne Weiteres möglich sind.

Hat jemand Vorschläge, was ich stattdessen wählen sollte? Und warum?

Kommentar? [6]


Arg listige Fristen

Sehr geehrter Herr V.,

Ihr Schreiben vom 13. Februar habe ich erhalten.

Zuerst war ich verwundert, dann verärgert, schließlich amüsiert über Ihre Fristsetzung. Ein Brief, der an Karnevalssamstag abgeschickt wird, wird in Köln frühestens Dienstag ausgeliefert. Was auch passiert ist. Eine Chance, Ihre Fristsetzung für Montagmorgen einzuhalten, sehe ich da nicht.

Aber das nur am Rande, denn im vorauseilenden Gehorsam habe ich bereits gestern die Kommentare zu dem von Ihnen angesprochenen Beitrag entfernt, weil ich auf solche Briefe wie den nun mir vorliegenden eigentlich keine Lust hatte.

Sie werden verstehen, dass ich Ihnen aus mehreren Gründen keine Daten der kommentierenden Personen geben kann:

1. Ich bezweifle Ihre rechtliche Handhabe, derartige Daten von mir zu fordern.
2. Ich erfasse generell keine persönlichen Daten meiner Kommentierer, nicht einmal deren E-Mail-Adresse.
3. Die Kommentare wurden, wie oben erwähnt, entfernt.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Bekämpfung Ihrer Widersacher und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Johannes Mirus

Kommentar? [4]


Bei DSDS treten keine ernstzunehmenden Musiker an

Warum bei DSDS keine ernstzunehmenden Musiker auftreten können, hat RTL jüngst wieder gezeigt. Laut einem Bericht des FAZ-Fernsehblogs fehlten bei der Ausstrahlung der letzten DSDS-Recall-Sendungen zwei Kandidaten, die in den Castings noch überzeugen konnten. RTL hat sie einfach “ausradiert” und sagt dazu nur, redaktionelle Gründe hätten sie gezwungen, diese Bewerber herauszustreichen. Die zweieinhalbstündige Sendezeit hatte wohl nicht ausgereicht.

Peer Schader vom Fernsehblog vermutet die wahren Gründe woanders:

Nun ist es in dieser Staffel offensichtlicher denn je, dass nicht zwangsläufig gute Sänger, sondern vor allem solche Bewerber weitergelassen werden, mit denen sich nachher Woche für Woche Geschichten erzählen lassen. Mag sein, dass [die beiden ausradierten Kandidaten] Havea und Büttner deswegen ausgesiebt wurden. Weil sie noch nie im Knast waren, nicht als Kind einen Defibrilator eingepflanzt bekamen und keine besonders großen Brüste haben.

Wie dem auch sei, die beiden ausradierten Kandidaten wussten bis zur Ausstrahlung der Sendung auch nichts von ihrem Verschwinden. Meike Büttner, eine der beiden Ausradierten, schreibt neben Vermutungen zu ihrem Verschwinden auch folgende bemerkenswerte Sätze in ihr MySpace-Blog:

Joel [Havea] hat inzwischen einen Plattenvertrag ( NACHTRAG: Er hat laut eigenen Angaben keinen Plattenvertrag. Das war bloß ein Gerücht, dennoch gilt:) und wäre er eine Runde weitergekommen, wäre das für die nächsten Jahre nicht mehr möglich gewesen!
Echte Musiker - wie Joel und ich - müssen also an diesem Punkt der Sendung sowieso ausscheiden! Das liegt an den Verträgen, über die ich leider keine Auskünfte geben darf. Wer unter die Top 15 kommt, unterchreibt jedenfalls einen Vertrag, der für ernstzunehmende Musiker den Genickbruch bedeutet.

Das ist doch mal ein interessantes Detail. Dass die Verträge, die angehende “Superstars” unterschreiben müssen, geheim sind und sicher keine Vogelfreiheit bedeuten, war mir vorher schon klar. Es ist ja auch hinlänglich bekannt, dass RTL den Sängern verbieten kann, bei ProSieben aufzutreten, was ja einst Stefan Raab auf den Plan rief, eine eigene Casting-Show zu veranstalten (SSDSDSSWEMUGABRTLAD). Aber dass die Künstler auf Jahre an einen Plattenvertrag geknebelt werden, der sich im günstigsten Fall nur auszahlt, wenn man die Show gewinnt, finde ich schon skandalös.

Da kann RTL noch so sehr behaupten, jeder der Kandidaten wisse, worauf er sich einließe. Was da im Namen der Unterhaltung mit Menschen angestellt wird, ist untragbar und sollte nicht durch immer höhere Einschaltquote noch unterstützt werden.

Welche Wohltat ist dagegen “Unser Star für Oslo”, die von ARD und ProSieben gemeinsam veranstaltete Casting-Show für den deutschen Beitrag zum Eurovision Song Contest. Da werden Kandidaten nicht bloßgestellt, kommen nicht nur deshalb weiter, weil die Lieblingsschildkröte kürzlich verstorben ist, und bekommen als Belohnung keinen Knebelvertrag, sondern einen europaweit ausgestrahlten Auftritt mit einem (hoffentlich) gewinnbringenden Lied.

So stelle ich mir Unterhaltung vor. Ich möchte nicht über andere Menschen lachen, ich möchte mit ihnen mitfiebern und mich für sie freuen. Ich möchte (und kann) nicht über Urinflecken auf der Hose eines Kandidaten lachen oder wenn jemand, der ganz offensichtlich eine gestörte Selbstwahrnehmung hat, sich vor einem Millionenpublikum lächerlich macht. Und schon gar nicht möchte ich nur für meine kurzweilige Unterhaltung die berufliche wie persönliche Zukunft von jungen Menschen zerstören helfen.

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Karneval 5.0

Karneval

Kann man es glauben!? Ab morgen werde ich schon zum fünften Mal (hintereinander!) dem Straßenkarneval fröhnen. Ja, wie die Zeit vergeht.

Dieses Jahr steht Karneval unter umgekehrten Vorzeichen. Ich kränkle dieses Mal schon vorher, wobei ich nicht glaube, dass es mir nach drei durchgefeierten Tagen dann zwingend besser gehen wird. Aber was muss, das muss halt.

Ich freue mich auf viele Stunden bei Minusgraden und Schneefall morgen Früh und Mittag. Und deshalb: Kölle Alaaf! Südstadt Alaaf! Karneval Alaaf!

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