Willkommen im JC-Log!
Die letzten 5 redaktionellen Beiträge:
- Sommerliebe vom 27.07.2006
- Humpel-Johnny vom 26.07.2006
- Niesen, Atemnot, rote Augen vom 23.07.2006
- Erkenntnisse X vom 22.07.2006
- ca. 80 Grad vom 19.07.2006
WM: Es hat nicht sollen sein

Deutschland –
Italien 0:2 (0:0) n.V.
Tore: 0:1 Grosso (119.), 0:2 del Piero (120+1.)
Mit respektablen Leistungen verabschiedet sich der Gastgeber aus der WM. In einer weitgehend ausgeglichenen Partie, in der viel Wert auf Defensive und wenig auf Offensive gelegt wurde, erzwang Italiens Trainer Lippi den Sieg – am Ende standen drei Stürmer auf dem Platz, die die deutsche Abwehr in der buchstäblich letzten Minute vor dem Elfmeterschießen endlich aushebeln konnten. Der verzweifelte Versuch, noch den Ausgleich zu schaffen, eröffnete Italien schließlich noch die Konterchance in der Nachspielzeit der Verlängerung, die zum alles entscheidenden 0:2 genutzt werden konnte.
Schade für dieses junge deutsche Team, das weiter gekommen ist, als es viele realistisch für möglich hielten. Die deutsche Mannschaft hat nicht nur bewiesen, dass sie eine Turniermannschaft ist, sondern dabei auch noch ansehnlichen Fußball spielen kann. Jürgen Klinsmann hat ganze Arbeit geleistet und wird das hoffentlich auch noch weiterhin tun.
Am Samstag um 21 Uhr findet dann in Stuttgart das Spiel um die goldene Ananas statt, das Spiel um Platz 3 gegen Portugal.
Out of Wesseling
Ich schulde noch die Auflösung des zweiten Teils der Wohnungsübergabe. Nachdem ich vorvergangenes Wochenende wild geschuftet, gestrichen, geputzt und ausgebessert habe, wurde die alte Wohnung, mit negativen Bemerkungen, ohne Vorbehalte abgenommen. Und jetzt habe ich endlich und offiziell nichts mehr mit diesem miesen Kaff zu tun. Freude.
WM: Außenseiter schlagen Favoriten

England –
Portugal 1:3 (0:0) n.E.
Tore: nö
Rote Karten: Rooney (ENG, 62.)
Die erste Viertelstunde versprach mehr, als das Spiel letztendlich halten konnte. Zwar waren Chancen auf beiden Seiten da, aber England hat sich mit der roten Karte für Rooney nach einer Tätlichkeit und der Herausnahme Beckhams zur Halbzeit keinen Gefallen getan – genauso wie Portugals Deco im letzten Spiel, der in diesem Spiel wegen seiner gelb-roten Karte pausieren musste. Letztendlich muss also England mal wieder vorzeitig die Heimreise nach einem Elfmeterschießen antreten. Portugals Torwart Ricardo ist ein Teufelskerl, der gleich drei Elfer abwehrte und so seiner Mannschaft dann doch überraschend den Einzug ins Halbfinale sichert.
Brasilien –
Frankreich 0:1 (0:0)
Tore: 0:1 Henry (57.)
Ich habe es noch genau in den Ohren: »Selten war eine Mannschaft so sehr für die Weltmeisterschaft favorisiert wie Brasilien.« Und was dachten wir alle während der vergangenen Brasilien-Spiele, in denen diese fünffachen Weltmeister pomadig einen glanzlosen Sieg nach dem anderen einfuhren? »Die sind so gut, dass sie nicht gut spielen müssen. Die können ›ergebnisorientiert‹ spielen.« Dagegen Frankreich, der Weltmeister von 1998, der mit quasi der gleichen Mannschaft wie vor acht Jahren angereist ist, sich in der Vorrunde irgendwie durchgemogelt hat und sich nur langsam steigern konnte.
Gestern war ein Spiel, in dem die Verhältnisse wieder geradegerückt wurden. Brasilien war nicht gut genug, um schlecht zu spielen. Sie spielten auch gestern schlecht, auch nachdem Henry den entscheidenden Treffer versenkt hatte. Die alten Herren aus Frankreich trumpften auf, hätten mit ein wenig Glück auch höher gewinnen können. Der Sieg geht absolut in Ordnung und wird dem französischen Team einen Movitationsschub geben, der sie über Portugal ins Finale bringt.
Für brasilianische Fans ist dieses Ausscheiden im Viertelfinale wie ein Faustschlag ins Gesicht. Es ist das schlechteste Abschneiden einer brasilianischen Mannschaft seit 16 Jahren und mag viele Gründe haben. Tatsächlich aber finden die letzten vier Spiele dieser Weltmeisterschaft unter Ausschluss nicht-europäischer Mannschaften statt – und das ist höchst erstaunlich, nachdem neben Brasilien eigentlich nur noch Argentinien die Weltmeisterschaft zugetraut wurde. Mit Deutschland, Italien, Frankreich und Portugal spielen am Dienstag und Mittwoch nun zwei dreifache Weltmeister und zwei Mannschaften, die man nicht einmal insgeheim auf dem Zettel fürs Halbfinale hatte, gegeneinander. Egal, wie es ausgeht, das Finale wird sehr dramatisch und spannend werden. Und es wird nicht Argentinien gegen Brasilien sein.
WM: Tausend Herzinfarkte

Deutschland –
Argentinien 5:3 (0:0, 1:1) n.E.
Tore: 0:1 Ayala (49.), 1:1 Klose (80.)
Über weite Strecken war dieses hervorragende Spiel auf gleicher Augenhöhe geführt. Argentinien begann ruppig, Deutschland hielt dagegen. Die erste Halbzeit war dominiert von fruchtlosen Versuchen auf beiden Seiten, zum Tor durchzukommen. Als zu Beginn der zweiten Halbzeit Argentinien der Führungstreffer gelang, sah es trotz aller Bemühungen danach aus, als würde Deutschland die kurze Heimreise antreten müssen. Aber die zahlreichen Vorstöße der deutschen Stürmer fruchteten dann doch und Klose gelang der befreiende Ausgleich. Deutschland war sogar näher am Siegtreffer als seine Gegner. Dennoch mussten beide Mannschaften in eine nervenaufreibende Verlängerung, die in der ersten Hälfte vom deutschen, in der zweiten vom argentinischen Team dominiert wurde – ohne zählbare Erfolge allerdings. Wer zu diesem Zeitpunkt nicht schon mit den Nerven am Ende war, spürte spätestens im Elfmeterschießen, dass das eine haarscharfe Geschichte ist. Umso überraschender, wie souverän die deutschen Kicker die Elfer einlochten, während zwei Argentinier am jetzt offiziellen Elfmetertöter Lehmann scheiterten.
Deutschland hat also neue Helden und den wohl schwersten, weil gleich starken Gegner glücklich und dennoch verdient besiegt. Im Halbfinale wartet nun Italien, ein weiterer Titelanwärter.
Italien –
Ukraine 3:0 (1:0)
Tore: 1:0 Zambrotta (6.), 2:0 Toni (59.), 3:0 Toni (69.)
Wegen diverser Feierlichkeiten zu Ehren des deutschen Einzugs in das Halbfinale konnte ich leider fast gar nichts vom wohl überzeugenden Sieg unserer Gegner in der Runde der letzten Vier sehen. Aber das Ergebnis spricht eine deutliche Sprache, und die wenigen Ausschnitte, die ich mitbekommen habe, zeigten mir eine deutliche Überlegenheit der Italiener gegen eine Mannschaft, die schon eher unverdient überhaupt so weit gekommen ist.


