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Beamte!

Vor genau zwei Monaten habe ich ganz vorbildlich meine Steuererklärung per Elster abgeschickt. Allerdings an das falsche Finanzamt, statt Innenstadt hätte ich es an Bonn Außenstadt schicken müssen. Mein Fehler. Kann ja keiner ahnen, dass es in dieser kleinen Stadt überhaupt mehr als ein Finanzamt gibt.

Aber nicht nur, dass es zwei Monate dauert, bis man mir diesen Fehler mitteilt. Nein, es scheint tatsächlich unmöglich zu sein, die elektronisch übersendeten Daten von der Innenstadt an die Außenstadt weiterzuleiten. Unglaublich. Ich muss jetzt also die Steuererklärung auf Papier (dieses Zeug aus Holz!) ausdrucken und per Post* wegschicken. (Die 1,45 Euro mache ich nächstes Jahr geltend!)

“Eine kurzfristige Erledigung wäre auch in Ihrem Sinne” heißt es im Schlusssatz. Das drückt im Beamtendeutsch wohl Bedauern aus.

So etwas wäre in Köln nie passiert.
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* Die Deutsche Post hat bei mir übrigens auch eine ganz neue Stufe der Verwunderung ausgelöst. In der Stadt, in der die ehemalige Bundesbehörde ihren mächtigen und quasi von überall sichtbaren Hauptsitz hat, habe ich tatsächlich schon drei Mal den Spiegel einen Tag zu spät zugestellt bekommen. Das ist in den vorherigen acht Jahren Abonnement in drei verschiedenen Städten nie passiert. Deshalb überlege ich gerade noch, ob ich nicht einfach direkt zum Finanzamt fahre und den Ausdruck persönlich abgebe. Ist sicherer als die Postkutsche, die hier offensichtlich noch eingesetzt wird.

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Karneval 6.0

Karneval
(cc) albue, „Carnevale in Venezia“, www.piqs.de [M]

Ziemlich spät dieses Jahr, aber das kann nur Gutes bedeuten. Angeblich soll es morgen heute bei Sonnenschein bis zu 11 °C haben. Das wäre mal ein schönes Kontrastprogramm zu letztem Jahr, als ich stundenlang bei Minusgraden ausharrte. Wobei ab dem zweiten Kölsch (vulgo: ab 10:30 Uhr) sowieso schon alles egal ist.

Wie dem auch sei, das mittlerweile schon sechste Karneval mit meiner aktiven Teilnahme findet ab sofort statt.

Es freut sich herzlichst
Ihr Autor

Auf Quellenangaben wurde zu besseren Übersicht in dieser Arbeit verzichtet.

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Frauenquote

Bei den derzeitigen Diskussionen über Frauenquoten musste ich immer wieder leicht lachen. Das hatte nichts damit zu tun, dass ich die eine oder andere Argumentationsseite lächerlich finde, sondern dass ich in einer Branche arbeite, in der traditionell sowieso und in den letzten Jahren immer mehr Frauen beschäftigt sind. Der Umgang mit jungen Frauen, die schwanger werden, in Elternzeit gehen, danach Teilzeit und/oder hauptsächlich von zuhause aus arbeiten, ist mir sehr vertraut und völlig normal für mich; und ich kann nicht so recht nachvollziehen, warum das für ein Unternehmen ein Problem darstellen könnte.

Die Branche, in der ich arbeite, heißt Marktforschung und hat auf den ersten Blick nicht viel mit den typischen, weiblich geprägten Branchen zu tun. Marktforscher* rekrutieren sich aber oft aus Psychologen* und Soziologen*, die schon an den Universtitäten einen stark ausgeprägten weiblichen Anteil umfassen.

In dem Unternehmen, das seit einigen Tagen mein Arbeitgeber ist, arbeiten 60 Prozent Frauen und 40 Prozent Männer. In meinem Team ist das Verhältnis exakt gleich, es besteht aus drei Frauen und zwei Männern, von denen einer ich bin. Die Leitung des Teams obliegt einer Frau.

Das war’s dann aber auch schon. Denn als ich, wie oben geschrieben, erst einmal lachte, dann passierte das, weil ich nur meinen direkten beruflichen Alltag vor Augen hatte. Ich arbeite schon seit über einem Jahrzehnt sehr viel mit Frauen zusammen, im Team, als Kolleginnen und direkte Vorgesetzte. Wenn ich aber darüber nachdenke, wie sich die höheren Hierarchiestufen geschlechtlich aufteilen, werde ich nachdenklich. Tatsächlich hat auch mein derzeitiger Arbeitgeber, bei dem auf zwei Männer drei Frauen kommen, einen derzeit dreiköpfigen, rein männlichen Vorstand. Vom Aufsichtsrat brauche ich erst gar nicht zu sprechen, oder? Auch alle meine bisherigen Arbeitgeber waren auf der höchsten Managementebene stets ausschließlich männlich besetzt.

Vielleicht es daher tatsächlich Zeit, Unternehmen zu ihrem Glück zu zwingen. Ganz schlüssig bin ich noch nicht, ob das der Qualität beiträgt, wenn Personen ein Unternehmen leiten, nur weil sie zur richtigen Zeit das richtige Geschlecht hatten. Aber vielleicht muss man das einfach mal ausprobieren.

BTW: Die Beschäftigtensituation bei meinem Arbeitgeber – wie gesagt, 60 Prozent Frauen, 40 Prozent Männer – ergibt die paradoxe Situation, dass im siebenköpfigen Betriebsrat vier Männer sitzen. Das Betriebsverfassungsgesetz schreibt nämlich vor, dass das Geschlecht in der Minderheit mindestens zum repräsentativen Anteil im Betriebsrat vertreten ist.

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* Geschlechtsneutrale Schreibweise beabsichtigt, aber mangels sprachlicher Möglichkeiten nicht durchgeführt.

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Ausfaden

Als ich vor etwa achteinhalb Jahren bei meinem damaligen Arbeitgeber gekündigt habe, war das vor allem eines: Eine große Befreiung von einer schweren Last. Ich war jung, knackige 22 Jahre alt, und konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, die nächsten 45 Jahre immer wieder diese gleichen zwei Tätigkeiten auszuführen, in denen ich gut genug war, um sie auf einer Arschbacke auszuführen. (So hatte ich allerdings auch Zeit, nebenbei vier Weblogs regelmäßig zu befüllen.) Ich machte mich selbständig mit etwas, das ich als Hobby bezeichnete und war daher voller Enthusiasmus.

Und dann kam irgendwann der Anruf. Und ich beschloss, nach Köln zu ziehen und einen neuen Job anzutreten. Mehr Verantwortung, mehr Geld, mehr Herausforderung. Es klang und war super. Nicht immer, aber immer wieder. Aber Zeiten ändern sich und nach mehr als sieben Jahren bin ich gerade dabei, auszufaden. Noch etwas mehr als drei Wochen habe ich bei meinem jetzigen Arbeitgeber, dann kommt der Vereinswechsel. Vorstellen kann ich’s mir noch nicht richtig. Was mich aber nicht daran hindert, mich sehr darauf zu freuen. Neue Herausforderungen – yeah.

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2010. Ein Rückblick.

  1. Zugenommen oder abgenommen? — Zugenommen
  2. Haare länger oder kürzer? — Zum Ende hin länger, aber seit gestern wieder kurz.
  3. Kurzsichtiger oder weitsichtiger? — Kurzsichtiger
  4. Mehr Kohle oder weniger? — Mehr
  5. Mehr ausgegeben oder weniger? — Mehr
  6. Mehr bewegt oder weniger? — Mehr
  7. Der hirnrissigste Plan? — Das Auto in Hürth stehen zu lassen, um in Köln auf den Weihnachtsmarkt zu gehen, während Schnee fiel. Habe noch nie so lange für eine 20-Minuten-Strecke gebraucht.
  8. Die gefährlichste Unternehmung? — Gefährlich ist das falsche Wort. Aufregend war es, in den USA einfach so mit dem Auto rumzufahren. Ich habe mich noch nie so sehr an die Verkehrsregeln gehalten.
  9. Die teuerste Anschaffung?Ergometer
  10. Am meisten telefoniert mit …? — D. und Vater
  11. TV-Serie des Jahres? — In Ermangelung einer Neuentdeckung dieses Jahr: Switch Reloaded. Die einzige Fernsehsendung, auf die ich mich zurzeit noch freue.
  12. Erkenntnis des Jahres? — Alles hat ein Ende.
  13. Beste Idee/Entscheidung des Jahres? — Es endlich endlich zu machen.
  14. Schlimmstes Ereignis? — Mit ansehen zu müssen, wie ein Aufkleber mit einer Bonner Adresse auf meinen Ausweis geklebt wird.
  15. Schönstes Ereignis? — Gleich zwei: Nummer 1, als die Zusage zu dieser endgeilen Wohnung kam. Nummer 2, als klar wurde, dass neue Herausforderungen auf mich warten.
  16. Stadt des Jahres?Chicago
  17. Getränk des Jahres? — Rotwein, überraschenderweise
  18. Essen des Jahres? — Pizza, selbstgemacht
  19. Das beeindruckendste Buch? — n/a, mich hat kein Buch beeindruckt
  20. Der ergreifendste Film?Inception hat sich kurz vor Jahresende noch nachdrücklich beworben, aber gegen Avatar kommt dieses Jahr kein Film ran. Ich kann mich nicht erinnern, dass mich zuvor oder danach jemals ein Film so bewegt hätte. Was aber einfach daran lag, dass ich mich dank 3D-Technik (mein erster 3D-Film!) so sehr in die Handlung habe reinziehen lassen, dass ich erst einen Tag später wieder in die Realität zurückfand. Und dort dann feststellte, wie blöd die Handlung eigentlich war. Aber die 3D-Welten! Die 3D-Welten!
  21. Die beste Musik? — Ich muss kurz ausholen. In meinem Musikabspielprogramm bewerte ich Musikstücke mit einem bis fünf Sternen. Wie man das halt so macht. Drei Sterne gibt es für Stücke, die man ohne Gefahr für das Wohlbefinden hören kann. Vier Sterne für die Supertitel, die ich echt mag. Fünf Sterne vergebe ich höchst selten und nur für die Stücke, die ich immer und immer wieder hören kann, von mir aus auch in Dauer-Repeat und jeden Tag wieder. In diesem Jahr bekam diese Kategorie einen Zugang: Hurts mit “Wonderful Life”. Sorry, ist einfach so.
  22. Das schönste Konzert? — n/a
  23. Wort des Jahres? — Bonn
  24. Die meiste Zeit verbracht mit …? — K. natürlich
  25. Die schönste Zeit verbracht mit …? — K. natürlich
  26. Verliebt? — Immer noch
  27. Vorherrschendes Gefühl 2010? — Unterforderung
  28. 2010 zum ersten Mal getan? — Einen Mietwagen in den USA genommen. Dort durch einen McDrive gefahren.
  29. 2010 nach langer Zeit wieder getan? — Umgezogen. Gekündigt.
  30. Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können? — Kurzarbeit. Genervtheit. Unterforderung.
  31. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte? — Dass ich der Beste bin.
  32. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe? — Ich denke, einen Nintendo DS.
  33. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat? — Gleich drei Bücher meines bevorzugten Autors
  34. 2010 war mit einem Wort …? — Bewegend

➜ Weiterlesen: Außerdem im Jahr 2010

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