Ich esse ja auch kaum Fleisch
Ich nehme mal das heute von vielen Seiten verlinkte Defensive Omnivore Bingo zum Anlass, auch einmal auf Deutsch zu zeigen, wie ich immer wieder das gleiche höre, wenn ich erzähle, dass ich mich fleischlos ernähre.
Also, ich fange mal: »Hallo, ich bin Vegetarier.«
»Und warum?«
»Seit wann?«
»Aber Fisch isst du schon, ja?«
»Ich esse ja auch nicht so viel Fleisch.«
»Die Tiere werden doch extra dafür gezüchtet.«
»Wo sollen denn dann die ganzen Tiere hin, wenn wir sie nicht essen?«
»Der Mensch hat schon immer Fleisch gegessen!«
»Das Töten tut den Tieren doch gar nicht weh.«
»Ich habe das ja auch einmal versucht. War aber nichts für mich.«
»Da fehlen dir doch ganz viele wichtige Nährstoffe!«
Und der beste von allen:
»Aber wenigstens bist du nicht so ein verrückter ... Wie heißen die, die überhaupt keine Produkte von Tieren essen?« – »Veganer.« – »Ja, genau. Das ist ja ganz schrecklich.« – »Meine Schwester ist Veganerin.« – »…«
Von Muttern ist das Beste
Diese, hm, ich glaube, zu dieser Werbeform sagt man noch “Reklame”, sehe ich immer auf meinem (Noch-)Arbeitsweg an eine Hauswand gemalt. Finde ich schon an sich geil:
Frische Feinkost
... wie von Muttern gemacht
Weil es ja nicht nur an den regionalen Dialekt appelliert (“von Muttern”), der ja dank solcher Immis wie mir immer weiter in den Hintergrund rückt. Es drückt ja auch Werte aus, die man kaum mehr kennt. In welcher CSU-Idealfamilie steht denn heutzutage noch Muttern in der Küche und macht so feine Feinkost, dass man sie in Gläser füllen und verkaufen könnte? Eben, Emanzipation und Elternzeit sei Dank kennt meine Generation ja kaum noch den Geschmack echter Hausmannskost. Wie gut, dass es da mit Merl noch einen Lieferanten gibt, der nicht nur dank seiner Feinkost an den alten, guten Geschmack erinnert, sondern das auch noch auf eine so unnachahmliche Weise macht, dass ich mich tatsächlich genötigt sah, es zu fotografieren und hier darüber zu schreiben.
Noch geiler wird die Sache aber, wenn man sich das Werbeumfeld so ansieht. Es gibt ja nicht wenig Werbefachleute, die dem Ambiente eine mindestens genauso große Bedeutung zumessen, wie der Werbung an sich. Und da hat Merl Feinkost ganze Arbeit geleistet:
➜ Weiterlesen: Wegen Spannungsaufbau erst nach dem Klick
Masse statt Klasse
Worüber ich mich immer wieder aufregen könnte, wäre ich nicht so ein ausgeglichener Mensch (höhö): Falsche Zeichensetzung mit der alles erschlagenden Begründung: “Bei uns macht man das so.” Als ob die Masse es richtiger machen würde.
(Konkreter Fall mal wieder, wie seit Jahren: Das Leerzeichen hinter dem Schrägstrich, das da nicht hingehört.)
Was ich wählen werde
Ich habe mich ja nicht nur öffentlich dazu entschlossen, bei der anstehenden Landtagswahl nicht FDP zu wählen, sondern euch auch versprochen, meine geänderte Wahlentscheidung später mitzuteilen.
Ich habe mal wieder den Wahl-o-mat bemüht. Und das Ergebnis war so niederschmetternd überraschend wie bestätigend für meine Entscheidung. Wo ich früher meist auf Platz 1 die FDP, auf Platz 2 die Grünen und später den Rest als Ergebnis erhielt, sieht die Antwort nach 38 Positionen und anschließender Gewichtung für die bevorstehende NRW-Wahl wie folgt aus:
1. Grüne (46 von 82 Punkten)
2. SPD (45)
2. Piraten (45)
4. CDU (38)
5. FDP (37)
6. Tierschutzpartei (35)
Ich war, wie gesagt, schockiert. Nicht wegen der Grünen, das war zu erwarten, sondern a) wegen der SPD, b) natürlich wegen der FDP und c) dann auch, dass die Tierschutzpartei, die sehr stark für eines meiner großen Interessen eintritt, nur auf den letzten Platz gelandet ist – da reichen einfach die Gemeinsamkeiten beim Restprogramm nicht. (Ich habe übrigens nur die sechs Parteien auswerten lassen, von denen ich mir vorstellen kann, sie überhaupt zu wählen. Das schloss solche ekelhaften Gruppierungen wie NPD, Republikaner oder Linke aus.)
Soweit bis hierhin. Jetzt musste ich auf Grundlage dieser Datenbasis eine Entscheidung treffen und dabei auch bedenken, welche Folgen das für die zukünftige Regierung haben könnte, wäre meine Stimme das Zünglein an der Waage.
Szenarien: Ich wähle ...
- ... Grüne: Die koalieren am Ende mit Rotrot. Oder mit Rot. Oder mit Schwarz. Eventuell auch mit Schwarzgelb. Das ist das, was mich zurzeit am meisten an den Grünen nervt: Sie legen sich nicht fest und halten sich alle Optionen offen, so dass eine Wahl der Grünen bedeutet, ins Blaue hinein zu wählen und irgendwie zu hoffen, dass was Anständiges dabei herauskommt.
- ... SPD: Die koalieren am Ende mit den Linken, nur um wieder an die Macht zu kommen. Haben ja nichts ausgeschlossen. Und Hannelore Kraft ist jetzt auch nicht unbedingt mein Fall, sie ist mir zu laut und kreischend und zu wenig konstruktiv (ja, ich weiß, wer ist das schon).
- ... die Piraten: Das ist eine Partei aus meiner Generation in der Leute (durchaus lautstark) Mitglieder sind, die ich kenne und mag. Sie tritt für einige meiner Interessen vehement ein, liegt aber auf anderen Gebieten nicht so auf einer Wellenlänge mit mir. Und ich hätte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keinen Einfluss auf die Besetzung des Landtags und des Bundesrats, im dümmsten Sinne also meine Stimme verschenkt.
- ... CDU: Rüttgers nervt und generell habe ich schon immer die CDU als eher notwendiges Übel für die Erreichung der Ziele der FDP wahrgenommen, denn als ernsthafte Alternative. Die CDU ist mir auf vielen Gebieten, die mir persönlich wichtig sind (Internet, Tierschutz) oder die ich einfach richtig fände (gleiche Rechte für gleichgeschlechtliche Ehepaare, Trennung von Kirche und Staat) zu konservativ und verbohrt.
- ... FDP: Nein, würde ich nicht aus bekannten Gründen. Werde ich bestimmt wieder tun, wenn sich die Generation Westerwelle-Niebel-Brüderle aus der aktiven Politik verabschiedet hat und gutes Personal (Rösler, Leutheusser-Schnarrenberger) das Ruder übernommen hat. Oder wenn irgendwas anderes passiert, aber das ist jetzt auch egal, darum geht es nicht.
- ... Tierschutzpartei: Wie oben schon erwähnt vertritt die Tierschutzpartei zwar ein für mich wichtiges Thema, aber wohl auch andere, die ich anders sehe. Zudem wäre auch eine Stimme für die Tierschutzpartei keine, die irgendjemandem weiterhilft – weder dem Tierschutz, noch dem Land NRW.
Unter Beachtung aller dieser Tatsachen bin ich zu einer Entscheidung gelangt.
Ich wähle die Piraten.
Korrekte Zahnreinigung
Ich bin verwirrt. Dass man Zahnarztfrauen in der Fernsehwerbung nicht glauben sollte, wenn es um die korrekte Zahnreinigung geht, weiß ich auch. Aber wie sieht das bei echten Zahnärzten aus?
Dazu muss ich kurz ausholen. In den letzten handvoll Jahren war ich Patient bei drei verschiedenen Zahnärzten. Von der ersten in der Reihe musste ich mich trennen, weil ich umgezogen bin. Vom Nachfolger, der so praktisch drei Häuser weiter residiert, musste ich mich aus inhaltlichen Gründen trennen, so dass ich heute zum zweiten Mal beim Nachnachfolger war.
Meine ursprüngliche Zahnärztin sagte mir beim Thema professioneller Zahnreinigung: Nimm eine elektrische Zahnbürste, am besten eine mit Ultraschall (ich nahm die Sonic Complete von Oral B). Und viel Zahnseide, jeden zweiten bis dritten Tag.
Der Nachfolger sagte: Elektrische Zahnbürsten sind Mist, die verhindern nur, dass man richtig putzt. Und nimm reichlich Zahnseide.
Und jetzt sagt mein aktueller Zahnarzt: Ey, super, Ultraschallzahnbürste! Bestes wo gibt! Aber bitte keine Zahnseide, das ist böse. Nimm so Bürstendingens für die Zahnzwischenräume, die holen den Dreck raus und schieben ihn nicht ins Zahnfleisch.
So, jetzt bin ich verwirrt. Alles, was mir da so gesagt wurde, ist irgendwie logisch und nachvollziehbar. Aber trotzdem teilweise widersprüchlich. Deshalb brauche ich mal eure Hilfe: Was sagen eure Zahnärzte?


