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WM 2010: Niederlande im Finale

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Uruguay – Niederlande 2:3 (1:1)

Tore: 0:1 van Bronckhorst (18.), 1:1 Forlán (41.), 1:2 Sneijder (70.), 1:3 Robben (73.), 2:3 Pereira (90+2.)

In diesem Text sollte mehr Euphorie stecken. Aber gemessen an den Erwartungen, die ich an die Niederlande hatte, war das Spiel ernüchternd und langweilig. Uruguay war wie erwartet ziemlich ideenlos (meines Erachtens waren sie ja sowieso unverdient im Halbfinale), aber deshalb fiel den Holländern auch nicht mehr ein, als in den Spielen zuvor (Brasilienspiel ausgenommen). Kapitän van Bronckhorst schoss aus 40 Metern ein so passgenaues Tor ins rechte Eck, dass er seine Mannschaft in Führung brachte. Aber es war kein Resultat der völligen Überlegenheit, es war ein “ich probier’s mal”-Schuss, der passte.

Uruguays Starspieler Forlán schaffte noch vor dem Wechsel den Ausgleich. Auch das nicht aus einer überzeugenden Drucksituation, sondern aufgrund der individuellen Stärke von Forlán. Aber was will man meckern, als Uruguayer. In der Pause durfte man sogar noch träumen, den mit 1:1 stand alles wieder auf Anfang.

“Gas geben” war auch in der zweiten Halbzeit ein Fremdwort für Oranje. Zwar suchte man den Abschluss, fand ihn aber nicht. Erst Sneijder, durchaus respektabel, aber auch durch Hilfe eines passiven Abseits’ (das nicht geahndet wurde), konnte die Bremse lösen. Mit Robbens Kopfballtor zum 3:1 war der Sack dann zu.

Dachte man. Aber dann gelang Uruguay in der zweiten Minute der Nachspielzeit der Anschlusstreffer. Und wir sind in einem Halbfinale einer Weltmeisterschaft. Alles ist möglich. Der Schiedsrichter ließ über fünf Minuten nachspielen, auch wenn nur drei Minuten angezeigt waren, und die Urus versuchten alles, noch den Ausgleich zu schaffen. Naja, fast alles, denn andere Mannschaften hätten wohl alle elf Mann in den gegnerischen Strafraum gestellt. Aber auch so war es in den letzten drei Minuten eine Zitterpartie für alle Orange gekleideten.

Am Ende dürfen sich die Niederländer über den Finaleinzug freuen. Ob sie dann gegen Spanien oder gegen Deutschland um den Pokal kämpfen, wird der morgige Tag zeigen.

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WM 2010: 2x Halbfinale

Logo WM 2010, (c) FIFAVier Mannschaften sind noch dabei. Alle spielen noch zwei Spiele, aber nur zwei davon dürfen um den Pokal aller Pokale spielen.

Uruguay – Niederlande 2:3 (Bericht)
Deutschland – Spanien 0:1 (Bericht)

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WM 2010: Spanien glücklich weiter

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Paraguay – Spanien 0:1 (0:0)

Tore: 0:1 Villa (83.)

Wollen wir gleich zu den Highlights kommen? Ich meine, das Spiel war sterbenslangweilig. Ich war ja dagegen, dass Paraguay mit dieser Nicht-Leistung gegen Japan überhaupt antreten durfte, aber mal ganz ehrlich, liebe Spanier: So wollt ihr wirklich Weltmeister werden? Mit dieser Leistung?

Das Spiel war geprägt von Langeweile und erst in der zweiten Halbzeit, als es langsam daran ging, eine Verlängerung zu vermeiden, ging es hoch her. Im spanischen Strafraum wird Cardozo in einer Weise von Piqué festgehalten, dass man meinen könnte, er hätte Fußball mit Ringen verwechselt. Es gab Elfmeter, den Cardozo verschießt. Große Katastrophe. Wenige Sekunden später widmen wir unsere Aufmerksamkeit dem paraguayanischen Strafraum. Dort fällte Alcaraz David Villa. Ein nicht ganz so klares Foul, aber nun gut. Alonso trat an, traf sicher, freute sich. Und dann hörte man im Jubelgeschrei den Pfiff des Schiedsrichters. Einige waren zu früh in den Strafraum gelaufen. Ganz ehrlich, kleinlicher geht es kaum. Ich habe in meinem Leben noch keinen Elfmeter gesehen, bei dem nicht ein, zwei Spieler vor dem Tritt gegen den Ball schon losgelaufen wären. Alonso schoss nochmal, scheiterte jetzt aber – natürlich – an Paraguays Torwart Villar. Welcher übrigens im selben Zug ein Foul an Villa beging und damit einen erneuten Elfer verursachte, der allerdings nicht gesehen/gegeben wurde.

Spielstand nach all dieser Aufregung und zwei drei Elfmetern: 0:0. Alles auf Anfang also. Spanien erhöhte nun endlich den Druck, aber schaffte nicht den Abschluss. Eher glücklich landete der wenige Minuten zuvor eingewechselte Pedro einen Treffer am linken Pfosten. Aber Torjäger Villa stand goldrichtig, nahm sich den Abpraller, schoss an den rechten Innenpfosten, der Ball landete am linken Innenpfosten und dann schließlich endlich im Tor.

Das genügte Spanien. Es waren nur noch sieben Minuten runterzuspielen, und das konnten die Spanier.

Wie gesagt, Paraguay hätte den Halbfinaleinzug nicht verdient gehabt, weder wegen des Achtelfinal-, noch wegen des Viertelfinalspiels. Aber auch Spanien muss sich steigern, will die Mannschaft eine Chance gegen Deutschland haben.

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WM 2010: Deutschland im Halbfinale

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Argentinien – Deutschland 0:4 (0:1)

Tore: 0:1 Müller (3.), 0:2 Klose (68.), 0:3 Friedrich (74.), 0:4 Klose (89.)

Es ist jetzt einen Tag her und ich bin immer noch fassungslos. Es ist un-fass-bar, dass und auch wie die deutsche Nationalmannschaft diesen WM-Favoriten aus Argentinien nach Hause geschickt hat. Ich hätte mein nicht vorhandenes Haus darauf verwettet, schon vor Beginn dieser WM, dass Deutschland im Viertelfinale gegen Argentinien ausscheidet, mit 0:2, vielleicht mit einem 1:2. Stattdessen haben wir die Südamerikaner deklassiert, vier zu null. Ich wiederhole mich: un-fass-bar.

Deutschland begann gleich mit einem Tor. Schweinsteiger trat einen Freistoß von halblinks, Müller gab ihm noch ein paar Zentimeter Richtungsänderung. Die entscheidenden, um den argentinischen Torwart Romero ins Leere fassen zu lassen. Argentinien war daraufhin sichtlich geschockt, Deutschland sichtlich euphorisiert. Erst gegen Ende der ersten Hälfte erholten sich die Argentinier und kamen dem teilweise unsicheren Neuer nahe. Mit einem soliden 1:0 ging man in die Pause und die Stimmung war unisono: Ja, geht klar, aber das Ding ist noch lange nicht gegessen.

Der Beginn der zweiten Hälfte war geprägt von Ach!s und Oh!s, auf beiden Seiten. Deutschland immer mit den schönen Kombinationen, dem gezielten Passspiel, allerdings auch Schnitzern. Argentinien wurde hauptsächlich dann gefährlich, wenn Messi den Ball an die Füße bekam, der selbst allerdings kaum mehr als einen richtigen Torschuss abgegeben haben dürfte. Die deutsche Abwehr stand aber bombenfest, Mertesacker und Friedrich machten eine gute Figur, auch Lahm war wie gewohnt immer auf seinem Posten.

In der 68. Minute kam dann der Genickbruch für Argentinien. In diesem Moment nicht unverdient, aber auch ein wenig glücklich. Müller, dieser wahnsinnige Müller, lag schon im argentinischen Strafraum auf dem Boden, leitete den Ball aber noch auf Podolski weiter, der ihn bis zur Grundlinie trug und dort auf den freistehenden Klose passte, der das Ding nur noch einschieben musste. Argentinien bäumte sich wie einst England nicht mehr auf, sie ließen die Deutschen das Spiel machen.

Sechs Minuten später lief Schweinsteiger mit dem Ball am Fuß durch geschätzte 20 Argentinier durch bis zur Grundlinie, passte Richtung Tor, wo der Hertha-Absteiger Friedrich stand, der im Stolpern den Ball noch über die Linie drücken konnte. Für das 4:0 schließlich musste sich die Mannschaft kurz vor Schluss gar nicht mehr anstrengen, wie in einem Trainingsspiel passte Podolski auf Özil und der wiederum auf Klose, der vollendete und endlich auch mal wieder einen Jubelsalto zeigte.

Ein Wahnsinn. Es dauerte, bis die Autokorsos durch den Ort fuhren. Wahrscheinlich waren alle erst einmal so positiv geschockt von diesem fantastischem Spiel. Schweinsteiger versteht sich immer besser mit Özil, beide verteilen die Bälle wunderbar. Und Schweinsteiger ist sowieso in der Form seines Lebens. Dazu kam noch, dass die Offensive – Müller, Klose, Podolski – auch immer wieder hinten zu finden waren, wo sie in brenzligen Situationen aushalfen und sich auch mal selbst den Ball abholten. Ein einziger Wermutstropfen: Die gelbe Karte für Müller, der deshalb im Halbfinale gegen Spanien nicht spielberechtigt sein wird.

Das System Löw greift und das System Maradona war eine Luftnummer, das merkte man gestern. Wenn das stimmt, was das Radio mir heute erzählte, dann war diese Niederlage die schlimmste für Maradona, sagt er selbst. Das zeigt, wie überzeugt er von sich und seinen Leuten war, dass er sich gar nicht vorstellen konnte, Deutschland könne gewinnen. Das zeigte sich auch nach dem frühen Führungstor. Diese Verunsicherung, wie man mit diesem Rückstand umgehen soll, hat letztendlich begünstigt, dass Deutschland schnell sein eigenes Spiel gestalten konnte.

Nachdem nun die meisten Titelfavoriten ausgeschieden sind und die deutsche Mannschaft von fünf WM-Spielen drei mit vier Toren gewonnen hat, sage ich jetzt das, was ich vor einer Woche niemals gesagt hätte: Wir werden Weltmeister!

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WM 2010: Uruguay unverdient weiter

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Uruguay – Ghana 5:3 (1:1, 1:1, 1:1, 0:1) n.E.

Tore: 0:1 Muntari (45+2.), 1:1 Forlán (55.)
Rot: Suarez (120+1.)

Fußball hat immer irgendetwas mit Glück zu tun und es hat schon viele unverdiente Sieger und Verlierer gegeben. Was da aber im Viertelfinalspiel Uruguay gegen Ghana gelaufen ist, war zwar alles regelkonform, spottete aber trotzdem jeder Beschreibung. Ghana hatte mit viel Einsatz und Willen den Sieg quasi schon in der Tasche und musste dann trotzdem den Platz als Verlierer verlassen. Ein Tal der Tränen.

Aber der Reihe nach. Die Urus begannen stark und hatten anfangs mehr von der Partie. Lustigerweise hatten es die Ghanaer zunächst ihrem unsicheren Torwart Kingson zu verdanken, nicht in Rückstand zu geraten. Aber die Black Stars fingen sich und fanden langsam ins Spiel. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte zog Muntari dann einfach mal ab und landete einen Sonntagstreffer. Das Stadion tobte.

In der zweiten Hälfte wollte Ghana an das Tor anschließen und war auch durchaus gut dabei. Aber Uruguay schaffte dank Forlán nach einem Freistoß den Ausgleich, der zu diesem Zeitpunkt nicht gänzlich unverdient war. Ghana war danach zwar ebenso wie die Urus bemüht, den Siegtreffer zu landen, aber die Verlängerung war unvermeidlich. In den letzten Minuten der regulären Spielzeit konnte man sogar den Eindruck gewinnen, Uruguay wolle absichtlich in die Extra-Zeit.

Die kam dann auch und je mehr davon vorbei war, desto stärker zog es die Ghanaer in den gegnerischen Strafraum. Die Urus konnten oder wollten nicht mehr und ließen sich hinten einkesseln. Mehrere Eckstöße und Torraumszenen ereigneten sich. Nach einer weiteren Ecke in der Nachspielzeit der Verlängerung war ein großes Durcheinander im uruguayischen Strafraum. Ein Kopfball wurde von Suarez zunächst noch regelkonform mit dem Kopf auf der Linie abgewehrt, der allerdings genau auf dem Kopf von Adiyiah landete. Bei diesem Kopfball betätigte sich Suarez als Torwart, indem er mittels Hand verhinderte, dass der Ball ins Netz ging. Rote Karte und Elfmeter.

Asamoah Gyan trat an und knallte den Elfer an die Latte. Suarez, der auf dem Weg vom Platz noch gedanklich seinen Abschiedsbrief vorbereitete, war außer sich vor Freude. Gyan eher nicht.

Das Spiel wurde gar nicht mehr angepfiffen. Es ging ins Elfmeterschießen. Und ich bleibe dabei: Elfmeterschießen ist scheiße. Ja, spannend, toll für den Zuschauer, aber zu oft zu unfair. Ghanas Schützen versagten die Nerven, Uruguays Torwart Muslera parierte zwei schlecht geschossene Elfer, während Kingson nicht so viel Glück hatte bei den ebenfalls schlecht geschossenen Elfern des Gegners. Immerhin konnte Gyan, gleich als erster Schütze der Black Stars, souveräner einlochen als wenige Minuten zuvor.

Ich habe mich nach dem Spiel massivst aufgeregt über die Ungerechtigkeit des Fußballgotts. Ghana hatte sich ein Weiterkommen über die 120 Minuten hart erarbeitet und muss nun, nur wegen der Unsportlichkeit von Suarez, nach Hause fahren. Sie hätten Geschichte schreiben, als erste afrikanische Mannschaft in ein Halbfinale einziehen können. Und alles vorbei, nur wegen einer solchen Aktion. Es ist ungerecht und unverdient, wie Uruguay nun das erste Mal seit 40 Jahren wieder unter den “besten” vier Mannschaften steht. Ich hoffe sehr, dass das Halbfinale die Endstation sein wird, da drücke ich den Niederlanden ausnahmsweise einmal richtig die Daumen.

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